Verhaltenskodex zur Prävention sexualisierter Gewalt

Einleitung

Das hier sind die Regeln für euch, wie man sich bei uns richtig verhalten soll. Es ist unser Verhaltenskodex für das Thema Schutz vor sexualisierter Gewalt und sexualisierten Übergriffen. Das soll nicht passieren. Dazu wird auch gezeigt, welche Grenzen ihr wahren sollt.
Der von der EKBO beschlossene Verhaltenskodex hat das Ziel, dass ihr eure Grenzen kennt und die Grenzen von anderen Menschen akzeptieren müsst. Der Verhaltenskodex soll fördern, dass ihr euch eurer Grenzen und der Grenzen von anderen Menschen bewusst seid.

Wir haben das christliche Bild von einem guten Zusammenleben ohne sexuelle Gewalt. Deshalb gibt es diese Regeln. In dem Bereich von der Kirche ist es besonders wichtig, diesen Regeln zu folgen. In der Kirche sollen sich alle wohl, sicher und geschützt fühlen. Deshalb haben wir den Verhaltenskodex für euch geschrieben.

Dieser Verhaltenskodex ist sehr wichtig für die Prävention (Vorbeugung) von sexualisierter Gewalt, also schon schützen und reagieren, bevor etwas passieren kann. Wenn alle diesen Regeln folgen, dann passiert weniger.
Darum wollen wir, die EKBO, mit diesen Regeln zeigen, dass ihr diese Regeln gut kennen und den Regeln folgen sollt. Ihr sollt Respekt vor anderen Menschen haben, die Grenzen von anderen Menschen akzeptieren und diesen Regeln folgen.

Dieser Verhaltenskodex ist wichtig für alle, die in der EKBO mitarbeiten, egal, ob hauptberuflich oder ehrenamtlich. Hauptberufliche und ehrenamtliche Mitarbeitende verpflichten sich, den Regeln im Verhaltenskodex zu folgen und so alle Personen in der Kirche auch durch ihr richtiges Verhalten zu schützen. Die Kirche hat das Ziel, dass sich alle Personen, egal ob Kinder, Jugendliche, Erwachsene oder andere Mitarbeitende in der Kirche, in den Gemeinden, Kirchenkreisen und unserer Landeskirche (EKBO), also an allen Orten, wo sie hingehen, dort wohlfühlen und sicher fühlen.
Wir möchten klar zeigen: Wir sind gegen Gewalt und Missbrauch. Das erlauben wir hier in der Kirche nicht. Darum ist es sehr wichtig, dass es den Verhaltenskodex gibt.

Der Verhaltenskodex ist wie eine Unterstützung von uns bei der Arbeit in den verschiedenen Bereichen, auch in den Bereichen der Ehrenamtlichen von der EKBO. Wir zeigen euch jetzt in den weiteren Videos die verschiedenen Punkte vom Verhaltenskodex:


Kinder, Jugendliche und Erwachsene schützen

Ich schütze die Menschen (Kinder, Jugendliche, Erwachsene usw.), die mir anvertraut wurden. Den Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen soll nicht Schaden, Gefahren, Missbrauch oder Gewalt passieren. Ich schütze die Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen bewusst vor Schaden, Gefahren, Missbrauch und Gewalt, egal ob vor körperlichen oder psychischen Schaden, Gefahren, Missbrauch und Gewalt.


Mit Nähe und Distanz umgehen

Ich weiß, natürlich gibt es in den verschiedenen Beziehungen zueinander auch Sexualität. Das nehme ich bewusst wahr. Ich weiß, was das bedeuten kann (das kann zum Beispiel unangenehm für manche Menschen sein) und deshalb bin ich vorsichtig und verantwortungsvoll. Ich gehe bewusst und verantwortungsvoll mit Nähe und Distanz um und handele nicht übergriffig.
Verschiedene Menschen haben verschiedene Wahrnehmungen von Nähe und Distanz und ihren eigenen Grenzen. (Für manche Menschen ist mehr Distanz wichtig, für manche Menschen ist weniger Distanz wichtig.) Ich respektiere diese verschiedenen individuellen Wahrnehmungen und Grenzen und folge diesen Wahrnehmungen und Grenzen. Ich handele nicht übergriffig.


Die Rolle als Verantwortliche*r nicht ausnutzen

Ich nutze meine Rolle als Mitarbeiter*in mit Verantwortung und Macht nicht aus. Ich als hauptberufliche oder ehrenamtliche Person fange keine sexuellen Beziehungen mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen an, für die ich Verantwortung übernommen habe. Das bedeutet, ich folge den Grenzen bei einer Zusammenarbeit. Wir arbeiten zusammen, aber haben keine sexuelle Beziehung in der Zusammenarbeit.


Intimsphäre respektieren

Ich respektiere die Intim-Sphäre (Privat-Sphäre) und die persönlichen Grenzen von Gruppen-Mitgliedern, Teilnehmenden (von Veranstaltungen) und anderen hauptberuflichen oder ehrenamtlichen Mitarbeitenden. Wir gehen nicht übergriffig über diese Grenzen. Verschiedene Menschen haben in verschiedenen Situationen verschiedene Grenzen, wann sie sich schämen. (Manche Menschen schämen sich öfter, manche Menschen schämen sich nicht so oft.) Wir respektieren diese verschiedenen individuellen Erlebnisse mit Scham. Durch unseren Respekt vor ihren Grenzen fühlen sich die anderen Menschen automatisch wohler und sicher.


Stellung beziehen

Ich bin aktiv gegen sexistisches, diskriminierendes und gewalttätiges Verhalten. Ich bin aktiv gegen sexualisierte Sprache und verbale, übergriffige Gewalt. Ich zeige, dass ich dagegen bin und das nicht gut finde. Ich mache selbstverständlich auch nicht mit bei der Gewalt gegen andere Menschen.
Das bedeutet, die hauptberuflichen und ehrenamtlichen Mitarbeitenden in der Kirche müssen schaffen: Wenn Gewalt passiert, dann dagegen aktiv Kritik zeigen und schaffen, dass diese Gewalt aufhört.


Grenzen wahrnehmen und akzeptieren

Ich nehme bei anderen Personen persönliche Grenzen wahr und respektiere diese Grenzen. Ich gehe nicht übergriffig über diese Grenzen. Wenn eine Person die persönlichen Grenzen von anderen Personen nicht respektiert und übergriffig über die Grenzen von den anderen Personen geht, dann nehme ich diese Grenz-Überschreitung wahr, mische mich ein, gehe dazwischen und trenne die Person, von den anderen betroffenen Personen. Wenn wirklich sexueller Missbrauch, Gewalt oder übergriffiges Verhalten passiert ist, schweige ich nicht, sondern spreche es an.


Abwertendes Verhalten

Ich verhalte mich – egal wann und wo – nicht diskriminierend gegenüber anderen Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen, anderen hauptberuflichen und ehrenamtlichen Mitarbeitenden, die in der Kirche bei Veranstaltungen teilnehmen. Ich passe auch bewusst auf, dass sich alle Teilnehmenden bei allen Veranstaltungen respektvoll verhalten, begegnen und miteinander umgehen und sich nicht diskriminieren oder übergriffig oder mit Gewalt handeln. Alle Mitarbeitenden und Teilnehmenden sollen die Grenzen der anderen Personen respektieren.


Transparenz herstellen

Wenn ich andere Menschen allein treffe (zum Beispiel für eine Besprechung), dann mache ich dieses Treffen transparent. Das bedeutet, ich treffe mich nicht heimlich und nicht versteckt mit einer anderen Person. Ich treffe mich mit einer anderen Person so, dass es alle wissen oder sehen können. So folge ich auch den Regeln vom Verhaltenskodex und den Regeln vom Arbeitsplatz. So beachte, respektiere und folge ich die Grenzen der anderen Person und die andere Person, die ich treffe, ist beruhigt, dass keine versteckten sexuellen Übergriffe passieren können, weil alle wissen oder sehen, wo wir uns treffen. Ich beachte die verschiedenen Bedürfnisse der anderen Personen, mit denen ich mich treffe, und passe mich an diese Bedürfnisse an.


Ansprechpersonen kennen

Dieser Verhaltenskodex hat das Ziel, dass alle hauptberuflichen und ehrenamtlichen Mitarbeitenden bewusst darüber nachdenken, was das Thema „(sexualisierte) Gewalt“ für sie bedeutet und sie dieses Thema auch besprechen. Wenn ein Übergriff passiert ist, dann sollen die Mitarbeitenden wissen, wen sie kontaktieren können, mit dem Ziel, dass die vom Übergriff betroffene Person mehr Schutz und auch Hilfe bekommt.

Bei Fragen zum Verhaltenskodex allgemein, können Sie sich gerne mit einer Pfarrperson aus unserer Gemeinde in Verbindung setzen. Siehe Kontakt.

Wenn Sie eine Situation melden oder als betroffene Person besprechen möchten, dann wenden Sie sich bitte an die für unsere Landeskirche zuständige, unabhängige Stelle von Wendepunkt e.V.:
ekbo@wendepunkt-ev.de